rund ums Buch

Widmungen, die mich berührt haben.

Liebe Booktraveler,

habt ihr auch eine Schwäche für Widmungen? Wenn ich ein neues Buch aufschlage, liebe ich es, diese kurzen und machmal auch langen Worte zu lesen, die einem ganz besonderen Menschen gelten oder sogar einer Gruppe von Menschen. Manche dieser Widmungen berühren mich, andere bringen mich zum Lachen und manche sind eben nur ganz kurz gehalten wie Für Paul. Für mich gehört eine Widmung einfach wie der Klappentext zu einem Buch dazu und ich muss gestehen, dass eine kreative oder berührende Widmung mir den/die Autor/in sofort sympathisch macht.

Daher habe ich mir gedacht, dass ich diesen kurzen Zeilen, die oft sogar einfach überblättert werden, eine kleine Beitragsreihe von insgesamt vier Posts widme. Meine eigene kleine Widmung sozusagen für ganz besondere Widmungen. Jeder Beitrag hat ein eigenes Thema und dieses Mal möchte ich euch Widmungen vorstellen, die mich berührt haben und bei denen mir vielleicht sogar ein wenig die Tränen gekommen sind.

Für alle, die nicht
mehr hier sind.
Und für alle,
die jemanden vermissen.

Diese Widmung stammt aus dem Buch Das Meer in deinem Namen von Patricia Koelle und auf den ersten Blick klingt sie vielleicht ein wenig banal, aber mich haben diese wenigen Worte, die wie ein Gedicht dargstellt sind, einfach berührt.

Für Vance

Es gibt Väter, die einem das Leben schenken, und Väter, die einen lehren, es zu leben. Danke, dass du mir beigebracht hast, meins zu leben.

Diese Worte stammen von Colleen Hoover und gehören zu dem Buch Hope Forever. Ich habe über 400 Widmungen gelesen, um mich für diese Beitragsreihe vorzubereiten und ich kann euch sagen, dass mindestens 70 % aller Bücher Mum, Dad oder beiden gewidmet sind. Doch diese Worte von Colleen Hoover haben mich am meisten berührt. Jeder von uns kann wohl nachvollziehen, wie sehr Eltern unsere Welt beeinflussen und was man ihnen alles zu verdanken hat. Daher finde ich die Geste, seinen Eltern oder auch nur einem Elternteil ein Buch zu widmen, immer besonders. Ein Buch zu schreiben bedeutet meist einen Teil von sich selbst darin zu verlieren und diesen Teil seinen Eltern zu widmen finde ich großartig.

Für all diejenigen, die versehrt aus dem Krieg zurückkehren,
und für die Menschen, die sie lieben.

Ich kenne Krieg nur von Bildern, aus den Nachrichten und aus dem Geschichtsunterricht. Hautnah miterleben musste ich noch keinen und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich sehe, mit welcher Skrupellosigkeit Menschen aufeinander losgehen, sich bekriegen und vor allem Unschuldige töten oder verletzen. Viel zu oft hört man, dass Soldaten physisch oder psychisch verletzt nach Hause zurückkehren und mit dieser Last nicht umgehen können. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es für die Angehörigen sein muss, einen komplett anderen Menschen daheim zu haben, dem sie einfach nicht helfen können. Daher finde ich die Widmung von Beatriz Williams in Träume wie Sand und Meer sehr berührend.

Für Kiki Maria und ihr schöne Tochter Mila.
Kiki, du hast gesagt, du könntest es gar nicht erwarten,
gemeinsam mit deiner Tochter meine Bücher zu lesen.
Dieses ist euch beiden gewidmet.
Dein schöner Geist lebt weiter.
Mila, denk daran, dass du deine Mutter im Herzen
immer bei dir trägst.

Widmungen für verstorbene Personen schaffen es immer, mir die Tränen in die Augen zu treiben. Immer. Aber diese Widmung von Abbi Glines in Until Friday Night, hat mich fast noch zum Schluchzen gebracht. Sie ist so schön und dennoch so traurig. Ich mag es immer sehr, wenn Autoren so persönlich werden und sich trauen, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen in Widmungen. Ich habe bisher noch kein Buch von Abbi Glines gelesen, aber sie ist mir nach diesen Worten trotzdem schon ans Herz gewachsen. Merkwürig, aber wahr, denn Widmungen können so viel bewirken.

In liebender Erinnerung an meinen Vater, dessen unglaubliche
Stärke mich noch immer inspiriert. Dad, während unserer
letzten gemeinsamen Weihnachten habe ich Dir versprochen,
dass ich meinen Traum niemals aufgeben würde.
Hier ist er.

Diese Widmung hat mich umgehauen. Ich musste das Buch sofort wieder zuschlagen und erst mal Luft holen, denn das würde man niemals erwarten, wenn man sich Ich und die Walter Boys von Ali Novak anschaut. Wie eben schon erwähnt, berührt es mich immer sofort, wenn verstorbene Personen erwähnt werden, aber noch mehr geht es mir ans Herz, wenn es um Elternteile geht. Da brechen bei mir tatsächlich alle Dämme.


Habt ihr auch schon Widmungen gelesen, die euch berührt haben?

Auch Karin von little words hat sich schon mit dem Thema (und ebenso mit Epilogen und Danksagungen) in einem sehr lesenswerten Beitrag auseinandergesetzt.
Ein weiterer toller Beitrag ist bei Emily von Stopfi’s Bücherwelten online gegangen. Unbedingt vorbeischauen!

15 Kommentare zu “Widmungen, die mich berührt haben.”

  1. Die letzte Widmung ist wirklich wundervoll! Ich liebe es auch Widmungen zu lesen. Selbst wenn es nur ein „Für Paul“ ist. Ich frage mich dann unweigerlich, wer diese Person ist und was sie für den Autor/die Autorin gemacht hat. Es ist aber auch schön längere Widmungen zu lesen und die Gefühle schon beinahe greifbar sind.
    Liebe Grüsse
    Julia

    1. Hi Julia,

      ich musste die Widmung sogar meinem Freund vorlesen, weil ich sie so schön fand! *-* Bisher haben mich diese namentlichen Erwähnungen nicht so berührt, aber seitdem ich ‚Der letzte erste Blick‘ gelesen habe, bin ich da der gleichen Ansicht wie du. Die Widmung des Buches lautet ‚Für Yvonne‘. Die erwähnte Yvonne kenne ich über Twitter und Insta, genauso wie die Autorin. Die beiden haben eine tolle freundschaftliche Bindung und Yvonne hat sehr viel an diesem Buch mitgewirkt. Und das alles wird in diesen zwei kleinen Worten ‚Für Yvonne‘ verarbeitet, was auch irgendwie berührend ist. 🙂

      Liebste Grüße
      Ellen

  2. Dieser Beitrag ist wirklich wundervoll und ich freue mich schon auf die nächsten dieser Art. Ich liebe Widmungen und für mich gehört es zum Lesen eines jeden Buches dazu, ersteinmal die Widmung anzuschauen. Ich finde es schön, zu lesen, an welche besondere Person der/die Autor/in ihr Buch widmet und mir kommen dabei auch oft Tränen in die Augen, wenn dieser kurze Text an Eltern und/oder verstorbene Personen gerichtet ist.
    Nochmal: Wunderschöne Idee!❤️
    Liebste Grüße,
    Denise

    1. Hallo Denise,

      vielen Dank! ♥ Für mich gehört es auch wie das Lesen des Klappentextes einfach dazu. Mir bricht es immer das Herz, wenn einem Menschen ein Buch gewidmet wird, der es niemals lesen wird und auch diese Worte nicht mehr lesen wird. Das berührt mich einfach so sehr.

      Liebste Grüße
      Ellen

  3. Tatsächlich gab es vor langer Zeit auch mal so einen ähnlichen Beitrag auf meinem Blog, weil mich Widmungen, Danksagungen und Ähnliches immer mehr interssiert haben. 🙂

    Ich mag vor allem die Widmung am Anfang von „The Little Prince“ von Antoine Saint-Exupéry aber auch Widmungen, die kurz und knapp sind und einfach die Liebe zu bestimmten Personen ausdrücken finde ich großartig! Da wäre zum Beispiel Neil Gaimans Widmung „For Amanda, who wanted to know“ aus The Ocean at the End of the Lane. Ohne die Widmung kann ich ein Buch einfach nicht richtig beginnen zu lesen, es gehört einfach irgendwie dazu. 🙂

    Liebe Grüße
    Karin

    1. Hallo Karin,

      das ist ja interessant! Da habe ich mich mal ganz schnell auf die Suche gemacht und dein Beitrag ist wirklich toll! Wenn du damit einverstanden wärst, würde ich ihn gerne in meinem Beitrag verlinken 🙂

      Solche Widmungen wie in ‚The Ocean at the End of the Lane‘ sind irgendwie auch geheimnisvoll. Was wollte Amanda wissen? Das kann noch mehr Lust auf das Buch machen, wenn der Autor solche Anspielungen macht. Widmungen gehören für mich auch definitiv zum Lesen dazu. 🙂

      Liebste Grüße
      Ellen

      1. Genau! Sie machen manchmal wirklich viel aus, allein was den Einstieg in die Atmosphäre des Buches angeht oder auch, wenn man sich die Widmung nach Beenden des Buches nochmal durchliest und dann einiges besser versteht. 🙂

        Klar, du kannst den Beitrag gerne verlinken. Das würde ich im Gegenzug ebenso gerne machen, denn deine Widmungen sind auch toll! 🙂 Wirst du die Seite denn „aktualisieren“ in dem Sinne, dass du neue Widmungen hinzufügst? Würde mich zumindest interessieren, ob du mit der Zeit noch weitere schöne Sätze entdeckst. 🙂

        Liebe Grüße
        Karin

        1. Ganz genau! Widmungen machen wirklich einiges aus 🙂

          Vielen Dank! 😀 Nein, diese Seite nicht, aber es kommen in den nächsten Wochen noch drei Posts zu Widmungen, nur eben zu anderen Themen. Allerdings hat diese Reihe sehr viel Spaß gemacht und ich kann mir vorstellen, das noch mal zu wiederholen. Es ziehen schließlich immer neue Bücher mit neuen Widmungen bei mir ein. 🙂

  4. Liebe Ellen!
    Danke nochmal für diesen wunderschönen Beitrag! Auch wenn mein Post damit nicht mithalten kann: morgen kommt er 😉
    Liebe Grüße und gute Nacht,
    Emily

    1. Guten Morgen Emily 🙂

      Nichts zu danken 😀 Ich bin mir sicher, dass dein Post mithalten kann und freue mich schon sehr darauf, ihn zu lesen. 🙂

      Liebste Grüße
      Ellen

  5. Huhu,

    ich muss zugeben, meist nicht sonderlich auf die Widmungen zu achten. Nur ab und an fallen mir besonders zynische oder lustige auf, aber leider hab ich die auch schon wieder vergessen und ärgere mich jetzt, sie nicht gesammelt zu haben.
    Nur eine Danksagung blieb mir wirklich im Gedächtnis. Und das ist eine einer befreundeten Autorin (die ich kennen lernte, als sie noch quasi auf der anderen Seite des Buchgewerbes stand und Autoren betreute), die mir und meiner Schwester gedankt hat, obwohl wir ihr eigentlich nur ein kleines Care-Paket schickten, als es ihr gesundheitlich nicht gut ging. Das war etwas, worüber ich mich sehr gefreut habe, auch wenn ich noch heute nicht glaube, dass ich das wirklich verdient habe.

    Aber in Zukunft werde ich mal mehr drauf achten. Alleine schon, weil mich ein Post mit lustigen Widmungen reizen würde.

    Liebe Grüße
    Taaya von Let ‚em eat books

    1. Hallo Taaya 🙂

      Das habe ich jetzt schon von vielen gehört. Selbst in meiner Familie habe ich Sätze wie ‚Widmung? Wo steht die?‘ zu hören bekommen. 😀 Viele schenken diesen kleinen Worten also meist keine Beachtung.

      Eine Danksagung, in der ich persönlich erwähnt werde, würde mir auch im Gedächtnis bleiben. Das ist wirklich toll und eine große Ehre! Da sieht man mal, was Kleinigkeiten anderen Menschen bedeuten können. 🙂

      Es freut mich, dass du in Zukunft mehr auf Widmungen achten wirst. 🙂 In meiner vierteiligen Reihe ist auch ein Post zu lustigen Widmungen geplant. ^-^

      Liebste Grüße
      Ellen

  6. Liebe Ellen,
    ich hab dir ja schon gesagt, dass ich seit (ganz vielen) Tagen bei dir kommentieren will und es bisher immer wieder vertüddelt habe. Aber tadaa, hier bin ich endlich! 😀

    Ich finde die Idee zu diesem Beitrag mega und die Umsetzung selbst absolut wundervoll. Ich hatte Gänsehaut, Momente, in denen ich die Worte etwas sacken lassen musste und Tränchen in den Augen hatte – danke!

    Ich bin heute aber nicht mit leeren Händen zu dir gekommen, sondern habe zwei Widmungen mitgebracht, die mich unlängst sehr berührt haben.

    „Für alle weißen Federn.
    Danke für die Erinnerung.“
    Diese Widmung stammt aus „Wie die Luft zum atmen“ und die Bedeutung wird einem erst im Laufe der Geschichte so richtig bewusst.

    „Für meine Schwester.
    Es wird zeit für neue Erinnerungen.“
    Das ist die Widmung aus „Wir fliegen, wenn wir fallen“. Ich musste da schon ziemlich schlucken und es hat auch eine Weile gedauert, bis es mich losgelassen hat.

    Fühl dich ganz lieb gedrückt, Liebes.
    Maike

    1. Das Buch zur 2. Widmung hab ich auch gelesen! Bei solchen tiefgründigen Widmungen fragt man sich meist unweigerlich was passiert ist, dass der Autor so eine Widmung schreibt!
      Liebe grüße, vivi

  7. Eine sehr schöne Idee! Bei der Widmung von Ali Novak, das Buch lesen ich sogar im Moment, bekomme ich jedes mal Gänsehaut. Es ist einfach so wunderschön und rührend! ❤

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