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Von Booktube bis Bookstagram: Ich sage danke!

Hi Bücherwürmer,

vor einigen Tagen wurde ich durch Twitter auf den Artikel „Von Booktube bis Bookstagram: Lesen als digitaler Lifestyle“ der Welt aufmerksam, in dem ein gewisser Herr Reichwein ziemlich sarkastisch, albern und meiner Meinung nach auch unpassend über Booktuber und Bookstagrammer gesprochen hat. Als ich auf diesen Artikel aufmerksam geworden bin, konnte man ihn noch komplett lesen, ohne welt+ zu besitzen, nun braucht man es anscheinend. Solltet ihr den Artikel also noch nicht kennen, macht euch nichts draus, denn ihr habt nichts verpasst.

In meinem Post soll es aber gar nicht um Herrn Reichwein oder seine gehässigen Worte gehen, sondern um euch! Ja, genau. Dies ist ein Beitrag, den ich all den Booktubern, Bookstagrammern und auch Buchbloggern widmen möchte. An dieser Stelle wäre also sogar ein knappes Danke an Herrn Reichwein angebracht, denn er hat mich zu diesem Beitrag inspiriert:

Danke, Herr Reichwein! Danke, dass Sie mir wieder gezeigt haben, dass es da draußen so viele wunderbare Menschen gibt, die ihre Leidenschaft zu Büchern über Youtube und Instagram teilen! So viele, dass es in Ihren Augen schon zu einem gesonderten Lifestyle ausgeartet ist! Danke, dass Sie mir wieder vor Augen geführt haben, dass wir tatsächlich alle unser eigenes Stück auf der „Klowand des Internets“ besitzen und dort tun und lassen können, was wir wollen! Danke!

Und wisst ihr was? Ich liebe eure „Klowände des Internets“. Und wisst ihr, was noch besser ist? Ich habe euren „Klowänden des Internets“ verdammt viel zu verdanken, denn sie haben mein Leseverhalten und meine Buchwelt nachhaltig geprägt:

• Ich habe begonnen englische Bücher zu lesen.

In der Schule war Englisch nie mein Lieblingsfach und mir graut es ehrlich gesagt noch heute davor, wenn ich frei in dieser Sprache sprechen oder schreiben soll. Ich bin einfach total unsicher, obwohl ich sie sehr gut lesen bzw. verstehen kann. Ich habe diese Unsicherheit gerne vor mir hergeschoben, habe mir immer wieder gesagt, dass ich irgendwann mal anfangen könnte, was in Englisch zu lesen, aber getraut habe ich mich dennoch nicht, weil ich Angst hatte, einfach zu lange zu brauchen oder eben nicht alles zu verstehen.

Seit ich nun aber auf Instagram unterwegs bin und dort vor allem in dem Bereich Bookstagram, werden mir jeden Tag englische Bücher um die Ohren gehauen und viele davon werden gar nicht oder eben noch lange nicht übersetzt. Allerdings ist meine Neugierde sehr groß und gerade weil ihr die Bücher so schön in Szene setzt, liebe Bookstagrammer, werde ich auf Bücher aufmerksam, die ich sonst vielleicht kein zweites Mal angeschaut hätte. Wegen euch bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe mir englische Bücher gekauft, sie gelesen und geliebt. Dank euch lese ich nun englische Bücher: kkat.xy, quoththebooklover & madamereadsalot.
Und auch wundervolle Booktuber und Buchblogger haben dazu beigetragen, dass mein Interesse an englischen Büchern stetig wächst: buchworte., buttonlessblog, Olive Melody Scott  & Ink of Books.

• Ich habe gelernt kritischer zu lesen.

Ich lese ja nun schon eine ziemlich lange Zeit (ca. 11 Jahre), aber dass ich wirklich kritisch lese und manche Dinge auch richtig hinterfrage beim Lesen kann ich wohl erst seit ca. einem Jahr behaupten. Natürlich habe ich auch schon früher darauf geachtet, dass ich Bücher, die Frauen diskriminieren oder unterwerfen – hallo, liebe Erotikromane – nicht weiterempfehle und vor allem in meinen Rezensionen darauf hinweise, dass ich das nicht unterstütze oder gut finde. Ich hatte allerdings nie wirklich das Gefühl, dass so vermehrt wie jetzt auf Themen wie Rassismus, Diskriminierung oder Unterdrückung geachtet wird. Doch vor allem durch Stehlblüten & HerrBooknerd habe ich gelernt, näher hinzuschauen. Natürlich machen sich auch noch andere dafür stark, aber für mich kämpfen diese beiden einfach an vorderster Front.

• Eure Beiträge & Bilder inspirieren mich.

Es gab, glaube ich, schon lange keinen Tag mehr, an dem ich nicht durch Instagram gescrollt habe. Man könnte schon fast sagen, dass ich ein bisschen süchtig nach dieser App bin oder zumindest nach ihrem Inhalt, denn ich liebe eure Bilder. Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, was manche Menschen für ihre Bilder auf die Beine stellen oder wie sie es mit einer beeindruckenden Schlichtheit schaffen, ein Buch grandios in Szene zu setzen. Unter anderem bin ich immer wieder beeindruckt von MissGoldblatt, livricieux, wingedbooks, jess.books.a.week, cookielover91, miris.bookworld & littlemiss_lissie. Diese täglichen Bilder inspirieren mich oft zu lesen, selbst Bilder zu schießen oder einen Beitrag für meinen Blog zu schreiben.

Neben diesen produktiven, inspirierten Tagen gibt es aber leider auch noch die, an denen ich gar kein Buch in die Hand nehmen mag. Erst vor kurzem hatte ich eine kleine Leseflaute. Mir hat es allerdings sehr geholfen, mir das Leseverhalten anderer Leute anzuschauen und – alter Schwede! – myri.liest verschlingt die Bücher ja geradezu! Ihre Stories und Bilder auf Instagram haben mir das Lesen wieder ziemlich schmackhaft gemacht. Aber auch die ganzen anderen Leseupdates auf Instagram, die mir immer wieder zeigen wie fleißig ihr die Seiten verschlingt und zu welchen Uhrzeiten ihr euch aufrafft, um noch zu lesen, obwohl euer Tag stressig war, motivieren mich. Danke, dass ihr uns immer an eurem Lesetag teilhaben lasst: julias_lesewelten, traumwelt.lesen, lesefantasie & book_loverin57.

• Gemeinsam macht vieles einfach mehr Spaß.

Wenn du immer nur liest, wirst du in deinem Leben niemals richtige Freunde finden. Diese Worte durfte ich mir als kleines Mädchen von meiner Oma anhören und was bin ich froh, dass sie damit nicht recht hatte. Es ist sogar genau das Gegenteil eingetreten, denn ich habe durch das Lesen und meine Liebe zu Büchern Freunde gefunden. Viele von denen habe ich im realen Leben noch nie gesehen und dennoch waren sie mir im Leben teilweise schon mehr Freund als manche, die ich jeden Tag sehen könnte. Ich habe durch Instagram, durch Twitter und meinen Blog so viele liebe Menschen kennengelernt (u.a. kitsunebooks & buchworte. ♥), dass ich sie gar nicht alle aufzählen könnte. Der Rahmen des Beitrags wurde sowieso schon gesprengt.

Lesen ist schon lange kein einsames Hobby mehr und das habe ich vor allem Twitter, YouTube und Instagram zu verdanken. Natürlich mag ich es auch, mich auf meinem Blog mit anderen auszutauschen, aber es wäre nie in der Vielfalt möglich wie auf Twitter und Instagram.

Und wenn lesen nun der neue digitale Lifestyle sein soll, dann bin ich ziemlich glücklich darüber, diesen Lifestyle gewählt zu haben. Ich bin glücklich über meine eigene kleine ‚Klowand des Internets‘, die ich nun mit vielen tollen Namen „vollgeschmiert“ habe. In diesem Sinne: Danke, dass auch du ein Teil dieser Community bist, über deine Liebe zu Büchern sprichst oder sie fotografierst!


Welches sind eure liebsten Bookstagrammer, Booktuber oder Buchblogger? Wie sehr werdet ihr von Instagram, Twitter oder Buchblogs beeinflusst?

18 Kommentare zu “Von Booktube bis Bookstagram: Ich sage danke!”

  1. Was für ein wunderbarer Beitrag! Du hast tolle Worte für diese Community gefunden, genau die richtige Antwort an Herrn Reichwein. Da hast du im gehörig ans Bein ges….. um mal bei dieser Fäkalsprache zu bleiben 😀
    Und natürlich auch ein grosses Dankeschön für die lobenden Worte zu meinen Bildern. Ich mag deinen Blog und auch deinen Bookstagram-Account sehr gerne, aber ich denke, das hast du schon bemerkt 😉
    Ein tolles Wochenende sei dir gewünscht!
    Herzlich, Nela

  2. Was für ein Wahnsinns Beitrag!
    Da ist mir richtig das Herz aufgegangen ❤
    Ich habe den besagten Beitrag zum Glück nicht gelesen, ich hätte mich wohl einfach nur unnötig aufgeregt.
    Ich finde es aber wundervoll, dass er dich zu dieser Reaktion gebracht hat.
    1000 Dank dafür ❤

    1. Danke, liebe Jill! <3
      Sei froh, dass du ihn nicht gelesen hast. Er löste bei mir chronisches Augenrollen aus. Irgendwie bin ich auch froh, dass dieser Artikel nur noch Abo-Kunden zur Verfügung steht und nicht jeder diese Zeilen lesen kann. Wer dafür bezahlt ist selber schuld. ^-^'

  3. Toller Beitrag! Das ist mir richtig ans Herz gegangen. Ich würde zu gerne diesen Artikel lesen, schade, dass das jetzt nicht mehr so einfach geht.

  4. Hallo Lisa! 🙂
    Ich danke dir! Diese Formulierung ‚Klowände des Internets‘ hat mich wirklich mit am meisten aufgeregt. Wie kann man einen Blog, einen Instafeed oder ein Video auf YouTube nur so bezeichnen? Geht’s noch? Da steckt total viel Arbeit drin, was man auch überall merkt. Das ist für mich schon ziemlich respektlos. Vor allem zwingt ihn ja niemand unsere Sachen zu lesen oder anzuschauen. Es sei denn, er wurde gezwungen diesen Artikel zu schreiben. ^-^
    Ich bin auch unheimlich froh darüber, dass ich zu jeder Zeit einfach mein Handy greifen kann und mich mit Menschen über Bücher austauschen kann. Es gibt immer irgendwo jemanden, der das gleiche Buch liest oder der gleichen Fangemeinde angehört. So etwas ist doch großartig! Ich bin auch sehr glücklich damit und sollte ich dadurch einen bestimmten Lifestyle ausleben in den Augen mancher Leute, dann ist das so. Ich hoffe, ich kann sie damit anstecken. 😀
    Liebste Grüße
    Ellen

  5. Hahahaha! Oh man. Armer Mann. Ich frage mich immer wie trist das Leben dieser Altherren-Basher sein muss, wenn die keine besseren Ideen für ihre Artikel haben als die, eine bestimmte Gemeinschaft niederzumachen. Aber irgendwer wird ihm bestimmt tröstend das Bäuchlein dafür kraulen und die „Lidderadur“- Fahne für ihn hissen. ^^

    LG Sam
    (die solche Sachen immer erst spät mitbekommt)

    1. Hi Sam 🙂

      Irgendwer wird ihm bestimmt Zuspruch für diesen Artikel geben und sagen, dass er es richtig erkannt hat und dass diese Entwicklung gar nicht geht. Ich für meinen Teil mag diese Community sehr gerne und fühle mich hier richtig wohl. Ich finde es aber auch immer wieder schade, dass sich Menschen über uns, unsere Fotos und unser Verhalten aufregen, die überhaupt kein Teil dieser Gemeinschaft sind. Da kann man nur den Kopf schütteln und mit Liebe gegenwirken. 😀

      Liebste Grüße
      Ellen
      (die solche Sachen leider immer mitbekommt und dann nicht stillhalten kann ^-^)

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