Rezensionen

Reisebericht: Nur ein letzter Kuss

Reiseziel: London, St. Petersburg, Peru


Abby Gordons Ehe ist ein Scherbenhaufen: Nachdem schon ihr Kinderwunsch nicht erfüllt wurde, stellt sich jetzt heraus, dass ihr Mann auch noch fremdgegangen ist. Was bleibt ihr anderes übrig, als ihn hochkant hinauszuwerfen und sich verzweifelt in die Arbeit zu stürzen? Zum Glück plant das Royal Cartography Institute gerade eine große Ausstellung zu den britischen Entdeckungsreisenden, und Abby hofft, die Geschichten von Himalaya-, Südpol- und Afrika-Expeditionen helfen ihr über ihren Liebeskummer hinweg.nur-ein-letzter-kuss Dabei stößt sie auf das Foto einer zu Tränen rührenden Abschiedsszene zwischen einem Amazonasforscher und seiner Geliebten. Abby macht das Bild zum Mittelpunkt der Ausstellung – und sieht sich bei der Eröffnung einer überraschenden Besucherin gegenüber: Rosamund Bailey, einer Ikone des Journalismus, der Frau auf dem Foto. Als Rosamund ihr die tragische Geschichte des spurlos verschwundenen Entdeckers erzählt, fasst Abby einen wagemutigen Entschluss.


Autorin: Tasmina Perry || Übersetzerin: Katrin Behringer
Preis: 14,99 € (Paperback) || 11,99 € (eBook)
Seiten: 464
Verlag: Piper


Eindrücke & Momente

Ich hätte nicht erwartet, dass mir dieses Buch so gut gefällt. Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass mich diese Geschichte in irgendeiner Weise anspricht – ansonsten hätte ich es ja nicht kaufen brauchen -, allerdings habe ich von dieser Geschichte nicht einen solchen Tiefgang erwartet und so viel  geschichtlichen Hintergrund. Nachdem ich Nur ein letzter Kuss gelesen habe, darf sich Tasmina Perry  auf das Podest zu Jojo Moyes und Cecelia Ahern gesellen.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Abbys und Rosamunds, die eine lebt im London der Gegenwart, die andere im London der 1960er Jahre. In diesem Buch wird uns daher einiges geboten. In der Gegenwart kämpft Abby mit dem Problemen der heutigen Zeit: Scheidung, Zweifel und Jobsuche nach dem Studium, Schnelllebigkeit. In der Vergangenheit zeigt uns wiederum Rosamund die gesellschaftlichen Probleme der damaligen Zeit auf: Kalter Krieg, die Rolle der Frau, Ansehen. Es war sehr interessant zu erleben wie die beiden Frauen mit ihren Problemen umgegangen sind und vor allem wie sie von einander lernen konnten, als sie in der Gegenwart letztendlich aufeinander getroffen sind und ihre Geschichten sich vermischten.

Der nächste Aspekt der Geschichte, der mir sehr gut gefallen hat, sind die Entdeckungsreisen, die in der damaligen Zeit stattgefunden haben. Wir können uns in Zeiten von Google-Maps oder Google-Earth überhaupt nicht mehr vorstellen wie es ist, dass manche Flecken der Welt nicht entdeckt sind und niemand eine genaue Vorstellung davon hat, wie es an diesen Orten aussieht oder welche Tiere dort leben. Die Entdecker, die sich also in diese unbekannten Gebiete teilweise sogar alleine vorwagten, sind die Helden der damaligen Zeit gewesen. Allerdings kam es dann auch vor, dass manche von ihnen den Heldentod starben – wie Dominic Blake, der damals spurlos im Amazonas verschwand.

Die Erkenntnisse, die Abby über ihn durch Rosamund und alte Freunde Dominics sammelte waren sehr spannend und fühlten sich an wie ein Puzzle mit 1000 Teilen, die nur noch zusammengesetzt werden mussten. Allerdings stellte sich immer wieder heraus, dass manche Puzzleteile vielleicht doch zu einem anderen Bild gehören und so mussten sie wieder rausfliegen. Es war einfach fesselnd und an manchen Stellen wusste ich selbst nicht mehr, was ich noch glauben sollte und wollte.

Doch neben dieser nervenaufreibenden Spurensuche geht es auch um Abbys Probleme, die derzeit ihren Alltag bestimmen. Ihr Mann hat sie betrogen, weshalb ihre Ehe vor dem Aus steht, ihr Studium hat ihr bisher nur einen unterbezahlten Job beschert und hinzu kommt noch, dass alle ihre Freundinnen im Leben angekommen zu sein scheinen. Es bleibt also auch in dieser Hinsicht sehr spannend, denn auf den Spuren von Dominic findet Abby nicht nur Geheimnisse heraus, sondern auch den Weg zu sich selbst.

Nur ein letzter Kuss ist daher ein großartiges Buch für alle Fans von Jojo Moyes oder für Leser, die gerne Geschichten lesen, die nicht nur von großer, echter Liebe handeln, sondern auch von geschichtlichen Ereignissen. Lest es und liebt es.


Ich kann euch für dieses Buch eine uneingeschränkte Reiseempfehlung geben!

Hier gibt es noch einen weiteren Reisebericht:

Lottas Bücher

(Das Cover und der Klappentext gehören dem Verlag Piper)

4 Kommentare zu “Reisebericht: Nur ein letzter Kuss”

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