Rezensionen

Reisebericht: My Heart and other Black Holes

Reiseziele: Langston & Willis, Kentucky


Sixteen-year-old physics nerd Aysel is obsessed with plotting her own death. With a mother who can barely look at her without wincing, classmates who whisper behind her back, and a father whose violent crime rocked her small town, Aysel is ready to turn her potential energy into nothingness. There’s only one problem: she’s not sure she has the courage to do it alone. But once she discovers a website with a section called Suicide Partners, Aysel’s convinced she’s found her solution—Roman, a teenage boy who’s haunted by a family tragedy, is looking for a partner. Even though Aysel and Roman have nothing in common, they slowly start to fill in each other’s broken lives. But as their suicide pact becomes more concrete, Aysel begins to question whether she really wants to go through with it. Ultimately, she must choose between wanting to die or trying to convince Roman to live so they can discover the potential of their energy together.


Autorin: Jasmine Warga
Preis: 7,99 € (Taschenbuch) || 17,99 (Hardcover)
Seiten: 302
deutsche Übersetzung: Mein Herz und andere schwarze Löcher
Verlag: HarperCollinsPublishers


Eindrücke & Momente

Als ich mir My Heart and other Black Holes gekauft habe, tat ich das mit der Absicht, mir wieder ein Buch zuzulegen, das mich berühren sollte. Ich wollte unbedingt wieder etwas lesen, das mich richtig in seinen Bann zieht und mich – vielleicht – sogar zum Weinen bringt, denn der Klappentext verspricht doch einiges.

Der Start in die Geschichte fiel mir noch sehr leicht. Der Schreibstil ist einfach und leicht verständlich, sodass ich keine Probleme hatte etwas zu verstehen und auch kaum etwas nachschlagen musste. Ich geriet also in einen guten Lesefluss, doch umso weiter Aysels und Romans Geschichte voranschritt, desto mehr verloren mich die beiden. Das lag vor allem daran, dass die beiden Protagonisten trotz dieses schwierigen und ernsten Themas sehr blass blieben. Würde mich jemand nach dem Lesen des Buches darum bitten, Aysel oder Roman näher zu beschreiben oder ihre Gefühle und Beweggründe glaubhaft darzustellen, könnte ich es nicht.

Besonders Aysel entwickelte sich im Laufe der Geschichte für mich immer mehr zu einer Person, die eigentlich nur Aufmerksamkeit sucht und das ist für mich eine komplett falsche Botschaft in so einem Buch! Aysel ertrinkt fast in Selbstmiteild, erzählt immer wieder, alle würden sie hassen und es würde allen besser gehen, wenn sie weg wäre – und wäre auch nur eine Auswirkung ihres Todes, dass ihre Mutter sich dann keine Sorgen mehr um sie machen müsste. Einen größeren Aufschrei nach Liebe gibt es doch kaum. Doch das größte Problem sehe ich noch darin, dass ich Aysels Anschuldigungen gegenüber anderen, sie würden sie mobben, verachten oder – wie auch im Klappentext erwähnt – hinter ihrem Rücken über sie reden nicht bestätigen kann. Und ich habe das gesamte Buch durch ihre Augen gesehen.

Ich hätte es daher gut gefunden, wenn es Passagen aus der Persepktive von anderen Leuten gegeben hätte, z. B. Aysels Geschwistern, ihrer Mutter, einer Mitschülerin, etc. Es hätte andere Blickwinkel auf die Geschichte ermöglicht, die meiner Meinung nach dringend nötig gewesen sind. Natürlich gab es Situationen, die nicht schön sind, aber die hat jeder von uns schon so erlebt und ich persönlich hatte deshalb keine Selbstmordgedanken.

Nach ca. 2/3 des Buches gibt es dann eine Wendung in Aysels Leben, die ich ebenfalls nicht nachvollziehen kann und die für mich völlig unglaubhaft ist. Die Botschaft des Buches bewegt sich damit noch weiter in die falsche Richtung. Wirklich schade, denn eigentlich scheint die Autorin dieses Thema wirklich zu bewegen und am Herzen zu liegen, was man an ihrem Nachwort merkt, das toll geworden ist und diese Textstelle war tatsächlich die einzige, in der ich ein paar Tränen in den Augen hatte. Ansonsten kann ich das Buch nicht weiterempfehlen.


KURZ GESAGT

Ich habe von der Geschichte erwartet, dass sie mich berührt, da wir es mit einem sehr ernsten Thema zu tun haben. Leider habe ich das von dem Buch nicht bekommen, sondern nur eine sehr blasse, in Selbstmiteild ertrinkende Protagonistin, die im Laufe des Buches immer unglaubwürdiger wurde und eine Botschaft, die ich so nicht hinnehmen möchte und werde. Würde man das Nachwort nicht lesen, könnte man denken, die Autorin hat sich kaum mit dem Thema beschäftigt und hat nur einen spannenden Aufhänger für eine Lovestory gesucht. Schade und nicht nachvollziehbar bei so einem wichtigen Thema.


Solltet ihr eine leichte Liebesgeschichte lesen wollen kann ich euch dieses Buch empfehlen, ansonsten lieber nicht anfassen.

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1 Kommentar zu “Reisebericht: My Heart and other Black Holes”

  1. Dein Fazit kann ich nur unterschreiben. Ich war so wahnsinnig enttäuscht von diesem Buch und wie es mit dem Thema „Depressionen“ umgegangen ist. Warum es bei seinem Erscheinen dermaßen in den Himmel gelobt wurde, kann ich bis heute nicht verstehen. Schön, dass das auch andere Leserinnen so sehen. 🙂

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