Rezensionen

Reisebericht: Ich und die Heartbreakers

Reiseziele: Chicago & Minneapolis


Stella tut alles für ihre kranke Schwester. Sogar bis nach Chicago fahren und sich stundenlang die Füße platt stehen, um ein Autogramm von Caras Lieblings-Boygroup zu ergattern, den Heartbreakers. Würg! Aber da muss Stella durch – ihr Geburtstagsgeschenk für Cara soll so richtig krachen. Kurioserweise läuft es dann komplett anders als gedacht: Stella kommt nicht nur mit einem Autogramm zurück, sondern verliebt bis über beide Ohren. In wen? OMG! In DEN Oliver Perry von den Heartbreakers! Aber darf Stella das? Flirten, Glücklichsein und mit der Band abhängen – während ihre Schwester daheim ums Leben kämpft?


Autorin: Ali Novak
Übersetzerin: Michaela Link
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) || 8,99 € (eBook)
Seiten: 416
Verlag: cbt

Vielen Dank an den cbt Verlag für das Rezensionsexemplar!


Eindrücke & Momente

Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch wohl nicht gelesen hätte, wenn mir der erste Roman der Autorin nicht so umwerfend gut gefallen hätte. Ich und die Walter Boys hat mich in seinen Bann gezogen und ließ mich kaum noch von den Seiten aufblicken. Umso höher waren die Freudensprünge, als ich erfahren habe, dass Ali Novak einen zweiten Roman geschrieben hat, der von der Aufmachung sogar noch so ähnlich ist wie ihr erster. Ich habe mich sofort an Ich und die Walter Boys erinnert gefühlt und war somit Feuer und Flamme für ihren neuen Roman.

Wie auch bei den Walter Boys war ich am Anfang nicht unbedingt überzeugt von dem Klappentext. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass er mich nicht wirklich anspricht, aber eben genau das hatte ich auch bei den Walter Boys und die haben mich – wie nun schon oft genug erwähnt – umgehauen. Ich habe Ich und die Heartbreakers also eine faire Chance gegeben, wenn nicht sogar noch eine größere als andere Bücher sie bekommen, weil deren Autoren mich eben noch nicht mit einem anderen Roman überzeugt haben.

Der Anfang war noch ganz okay, mitgerissen hat er mich allerdings nicht. Stella macht von Anfang an deutlich, dass sie eine ziemliche Abneigung gegen die Lieblingsband ihrer Schwester hegt. Sie hat in dieser Hinsicht sehr kindisch auf mich gewirkt. Dennoch verliebt sie sich – und das ziemlich schnell, so richtig Hals über Kopf – in den Leadsänger der Band: Oliver Perry. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden nimmt einen Großteil der Geschichte ein, was ja auch zu erwarten war, allerdings schiebt sie den für mich interessanten Teil des Buches (Caras Kampf mit dem Krebs und wie ihre Schwester bzw. Familie damit umgeht) sehr in den Hintergrund und verharmlost diesen sogar ein wenig.

 

Leider hat mich die Geschichte von Stella und Oliver auch in keinster Weise berührt. Vielmehr musste ich teilweise die Augen rollen, weil mal wieder „kleine Elektroschocks“ durch Stella gefahren sind, weil Oliver ihren Arm gestriffen hat. Bei so vielen Schocks hätten irgendwann Stellas Haare zu Berge stehen müssen. Dass ich mit den beiden nicht mitfühlen konnte, kann auch daran liegen, dass mir weder Stella noch Oliver besonders sympathisch waren. Sie sind für mich leider nur zwei 0-8-15-Charaktere, die ohne weiteres austauschbar sind. Vor allem dieser Punkt hat mich sehr enttäuscht, denn die Autorin hatte mir eigentlich schon bewiesen, dass sie tolle Charaktere erschaffen kann.

Meine Hoffnung lag nun also bei den restlichen Bandmitgliedern. Da Stella viel Zeit mit den Heartbreakers verbringt (obwohl sie deren Musik am Anfang ja so grottenschlecht findet) lernt man die Band sehr gut kennen. Nur leider hat sie eben eine ziemlich klischeehafte Konstellation: Der Leadsänger mit dem Geheimnis und der schweren Vergangenheit, der Schlagzeuger ist aufdringlich, sexistisch, aber hat ein gutes Herz und dann gibt es noch zwei weitere Jungs (ich nehme mal an Gitarre und Bass), die eher unauffällig sind, eben ganz normale Typen. Das konnte mich auch einfach nicht überzeugen und somit fanden auch die weiteren Bandmitglieder keinen Platz in meinem Herzen.

Die Story plätscherte vor sich hin, gespickt mit Stellas Selbstzweifeln, Olivers für mich nicht nachvollziehbaren Handlungen und kleinen Ausschnitten aus Caras Krankheit. Es gab nur keinen Punkt, an dem ich wirklich mitgefiebert hätte. Die Handlung war für mich ziemlich vorhersehbar, weshalb ich mich an manchen Stellen sogar quälen musste, um weiterzulesen. So leid es mir auch tut, aber Ich und die Heartbreakers war für mich eine Enttäuschung. Wer ein gutes Buch der Autorin lesen möchte, sollte unbedingt zu Ich und die Walter Boys greifen!


KURZ GESAGT

Der erste Roman der Autorin (Ich und die Walter Boys) konnte mich komplett überzeugen. Umso mehr habe ich mich auf den neuen Roman gefreut. Leider bin ich von dieser Geschichte ziemlich enttäuscht worden. Die Charaktere sind flach, austauschbar und in meinen Augen nach einem 0-8-15-Schema aufgebaut. Die Band steckt voller Klischees und fand daher keinen Platz in meinem Herzen, was ich mir eigentlich so sehr gewünscht habe. Die Liebesgeschichte zwischen Stella und Oliver nimmt extrem viel Platz ein und verdrängt dadurch interessante Themen wie Caras Kampf mit dem Krebs und verharmlost die Sache für mich sogar ein wenig. Wer sich nur zurücklehnen und unterhalten lassen möchte, ohne viel nachdenken zu müssen, kann ohne Probleme zu diesem Buch greifen. Ich hingegen konnte mit dieser leichten, klischeehaften Geschichte nicht viel anfangen. Dennoch würde ich einem weiteren Buch der Autorin noch eine Chance geben.


Ich kann euch für dieses Buch leider keine Reiseempfehlung geben.

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