Rezensionen

Reisebericht: Für immer Blue

Reiseziel: Boulder City (Nevada)


Die 19-jährige Blue hat nur ein Ziel: herausfinden, wer sie wirklich ist. Von ihrer Mutter als Baby verlassen, weiß sie nichts über ihre Herkunft und fühlt sich nirgends zugehörig. Doch dann trifft sie auf ihren neuen Geschichtslehrer Darcy Für immer BlueWilson. Er ist jung, hat einen coolen britischen Akzent und eine ansteckende Leidenschaft für sein Unterrichtsfach. Darcy ist der erste Mensch, der an Blue glaubt. Doch die beiden wandern auf einem schmalen Grat. Denn eine Liebe zwischen ihnen ist unmöglich …


Autorin: Amy Harmon || Übersetzerin: Frauke Lengermann
Preis: 14,99 € (Paperback) || 13,99 € (eBook)
Seiten: 448
Verlag: LYX


 

Eindrücke & Momente

Nachdem ich Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch? beendet hatte, wollte ich unbedingt etwas Leichtes lesen, eine Geschichte, die einem das Herz aufgehen lässt und bei der man ein bisschen mitfühlen kann. Allerdings hätte ich niemals erwartet, dass Für immer Blue mir so viel mehr gibt! Ich habe eine einfache Schülerin-Lehrer-Liebesgeschichte erwartet, die nicht unbedingt neu ist, aber zu unterhalten weiß. Doch was ich bekommen habe, hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen.

Der Einstieg in die Geschichte ist sehr spannend gestaltet, da man in die Vergangenheit blickt und erfährt wie Blue von ihrer Mutter getrennt wurde. Nach diesem Prolog fiel es mir fast schon schwer, mich auf Blues Geschichte zu konzentrieren, weil ich diesen kleinen Rückblick so spannend fand und gerne noch mehr über den Vorfall im Jahre 1993 erfahren hätte.

Doch auch Blue hat mich dann nach wenigen Seiten für sich eingenommen, da ich sie für einen sehr starken weiblichen Charakter halte, der dabei nicht aufgesetzt wirkt. Etwas, was ich in letzter Zeit immer seltener in solchen als Liebesroman deklarierten Büchern finde. Blue ist für mich eine sehr interessante Protagonistin, weil sie und der Leser eigentlich auf dem gleichen Wissensstand sind, was ihre Identität angeht. Dadurch entdeckt man mit ihr zusammen, wer sie ist und wie sie ihren Platz in der Welt findet. Das fand ich wirklich großartig und ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Dass Blue durch ihre indianischen Wurzeln dann auch noch viele indianische Legenden zu erzählen weiß und diese gekonnt in der Geschichte eingebaut sind, war für mich noch das Sahnehäubchen.

Es geht allerdings nicht nur um Blue, sondern auch um Darcy Wilson, ihren Geschichtslehrer. Meine Geschichtslehrerin war schon immer sehr motiviert und hat uns den Stoff gut rübergebracht, aber Darcys Erzählweise, wenn er über die alten Römer spricht oder Götter oder Kriege ist für mich einfach fesselnd gewesen. Ich habe mich immer gefreut, wenn ein Kapitel mit seinem Unterricht begann und man lauschen durfte, was er interessantes über geschichtliche Epochen zu erzählen hat.

Obwohl Darcy ein cooler Typ ist, er einen großen Anteil an Blues Entwicklung hat und die Geschichte durch den Klappentext sehr auf eine Liebesgeschichte fokussiert wird, steht dennoch Blues Leben, ihre Vergangenheit und ihre Zukunft im Vordergrund. Darcy spielt zwar eine große Rolle bei Blues Selbstfindung, aber die Augenblicke zwischen den beiden sind vor allem in der ersten Hälfte des Buches rar gesäht. Ich habe diese Geschichte auch nicht als typische Schülerin-Lehrer-Geschichte empfunden, weil es darum eigentlich überhaupt nicht geht. Der Klappentext lockt in dieser Hinsicht für mich mit etwas, was überhaupt nicht stattfindet, denn auch nach 200 Seiten Buch geht es nicht um eine Liebesgeschichte, sondern um ein Mädchen, das wissen will, wer es ist und das mich mit ihrer Geschichte am Ende zu Tränen rühren konnte.


Blue, Darcy und Boulder City bekommen von mir eine klare Reiseempfehlung!

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Für immer Blue

Der Klappentext und das Cover sind Eigentum des Verlags LYX.

2 Kommentare zu “Reisebericht: Für immer Blue”

  1. Eine tolle Rezension! Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste, wäre mein erstes der Autorin – mal sehen, was die Zukunft bringen wird 😉

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