Rezensionen

Reisebericht: frigid

Reiseziel: Snowshoe


Sydney und Kyler sind so unterschiedlich wie Feuer und Eis. Während Kyler eine Frau nach der anderen abschleppt, geht Sydney lieber mit einem guten Buch ins Bett. Trotzdem sind sie seit Kindertagen beste Freunde. Doch als sie bei einem Skiurlaub von einem Schneesturm überrascht werden und in einer abgelegenen Skihütte übernachten müssen, werden alte, stets verdrängte Gefühle neu entfacht. Kann ihre Freundschaft diese Nacht überstehen? Und viel wichtiger: Werden sie die Nacht überstehen? Denn während sich die beiden einander vorsichtig nähern, hat es jemand auf ihr Leben abgesehen …


Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) || 8,99 € (eBook)
Seiten: 336
Reihe: Band 1 von Frigid
Verlag: Piper


Eindrücke & Momente

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, weil ich vor allem auf Instagram mit guten Meinungen dazu überschüttet worden bin. Da fielen Wörter wie romantisch, spannend und gefühlvoll oder Sätze wie Es hat mich aus meiner Leseflaute geholt. Da kann man doch überhaupt nichts falsch machen, oder? Leider doch, denn meine drei Adjektive für das Buch wären hohl, langweilig und klischeehaft.

Ich würde nun gerne schreiben Dabei fing es so gut an!, aber leider wäre das gelogen. Das Buch hat mich von der ersten Seite an den Kopf schütteln lassen, denn schon im ersten Kapitel werden so viele Klischees abgehandelt: überall goldene (!) Muskeln, Kyler wird gottgleich beschrieben, Syd ist ein Mauerblümchen und sich deswegen ihrer eigenen überwältigenden Schönheit nicht bewusst, die Mädchen, die sich Kyler an den Hals werfen, sind natürlich alle ziemlich dumm, aber wunderschön, etc. Es fing sofort an, mich zu langweilen.

Aber es musste doch irgendwas dran sein an diesem Buch – schließlich lieben es so viele. Ich habe der Geschichte also eine zweite Chance gegeben und auch den Protagonisten. Vielleicht überraschen sie mich ja, dachte ich. Weit gefehlt. Die einzige Überraschung, die Kyler zu bieten hat, ist, dass er sein Sixpack zu einem Eightpack ausgebaut hat und Syd ist einer der langweiligsten Charaktere, die ich kenne. Außerdem hat Kyler sich bei mir unsympathisch gemacht, weil er einfach viel zu schnell zuschlägt und am Ende alle seine Probleme im Alkohol ertränken will. Das wird nicht einmal kritisch betrachtet, sondern verharmlost, heroisiert oder sogar als witzig angesehen. Richtig daneben.

Wie der Klappentext schon verrät, schneien die beiden in einer Hütte ein – alleine. Die zwei blassesten, langweiligsten Charaktere, über die ich seit langem gelesen habe, sind also auf sich gestellt. Aber was macht man mit so wenig Persönlichkeit? Richtig: Man hat Sex. Und das über mehrere Seiten und Kapitel hinweg. Die längste Sexszene zog sich über ca. 20 Seiten, aber man wurde ja zum Glück mit Worten wie „[…] als er in seine hintere Hosentasche griff und mehrere kleine Folienpäckchen herauszog“ (S. 211) vorgewarnt.

Aber gut, es gibt ja noch den Bösewicht, der es auf unsere Turteltäubchen abgesehen hat. Der bringt bestimmt Spannung und Action rein, schließlich wurde er im Klappentext groß angekündigt! Er trachtet ja sogar nach deren Leben! Damit man als Leser aber nicht vor Spannung hinten über kippt, handelt die Autorin dieses Thema schnell und in meinen Augen auch unspektakulär auf zehn Seiten ab. Wir haben für so etwas auch gar nicht viel Platz in der Geschichte, denn die erste Hälfte war schon voller Selbstzweifel und Ich-bin-nicht-gut-genug-für-ihn/sie und die zweite Hälfte war reserviert für den ganzen Sex und ganz viele Wiederholungen.

Und dann brauchte man ja noch ganz viele Seiten für das Ende, denn das hat der Geschichte noch mal die Krone aufgesetzt. Ich habe ehrlich gesagt noch nie so ein langes, langweiliges Ende gelesen. Das kann natürlich auch an dem Sex gelegen haben, der natürlich auch am Ende noch eine große Rolle spielt. Als hätte man als Leser nicht schon in den 150 Seiten davor verstanden, dass die beiden total auf einander abfahren. Es könnten aber auch die andauernden Wiederholungen gewesen sein, denn ich hatte wirklich das Gefühl, dass sich die Dialoge immer wiederholten. Die Charaktere drehten sich im Kreis und ich verzweifelte immer mehr. Es sollte nur noch enden. Alles war doch so offensichtlich!

Mich hat frigid daher rundum enttäuscht und es gehört schon jetzt zu den schlechtesten Büchern des Jahres für mich. Wenn man diesem Buch dennoch etwas Positives abgewinnen möchte, sollte man es einfach als Einschlafhilfe betrachten, denn es ist so langweilig, dass mir teilweise wirklich die Augen zugefallen sind.


Für frigid gibt es keine Reiseempfehlung, sondern eher eine Reisewarnung!

Weitere Reiseberichte:
Katjas Bücherwelt
Tintentick
Lovin Books

Das Cover und der Klappentext sind Eigentum des Verlags Piper.

10 Kommentare zu “Reisebericht: frigid”

  1. Hey 🙂

    Ach du lieber Himmel … Natürlich hab ich mitbekommen, dass sehr viele auf dieses Buch abgefahren sind, wenn ich es richtig verstanden habe, steht ja jetzt auch eine Fortsetzung vor der Tür. Aber auf das Wort „golden“ reagiere ich schon seit „Trinity“ allergisch und so wie du das Buch beschreibst, scheine ich nicht wirklich viel versäumt zu haben.

    Liebe Grüße
    Ascari

    1. Hi Ascari 🙂

      Ja, die Fortsetzung ‚Scorched‘ ist schon erschienen, soll bei den Fans des ersten Teils aber nicht so gut angekommen sein. Ich frage mich, wie ich den wohl finden würde. ^-^‘ Leider werden wir das aber nie herausfinden, weil ich mir das Buch nicht antun werde.

      Meiner Meinung nach verpasst man beim Auslassen dieses Buches wirklich nichts. ^-^

      Liebste Grüße und danke für deinen Kommentar!
      Ellen

  2. Das klingt schrecklich 😀 Und davon soll es einen zweiten Band geben? Ich frage mich wirklich, um was es dort gehen wird. Noch mehr Sex? Ein erneuter Schneesturm oder wird es ein heftiges Sommergewitter werden? :,D
    Liebe Grüsse
    Julia

    1. Hallo Julia und Emily 🙂
      Bei ‚ein heftiges Sommergewitter‘ musste ich richtig lachen! xD Danke dafür! 😀 Aber Emily hat recht, es geht im zweiten Teil tatsächlich um zwei andere Protagonisten, und zwar um Andrea (beste Freundin von Syd) und den besten Freund von Kyler, dessen Namen ich aber vergessen habe. :’D Das scheint langsam zu einem richtigen Trend auszuarten, dass die Folgebände aus der Perspektive anderer Charaktere geschrieben werden. In letzter Zeit fällt mir das immer öfter auf.

      Liebste Grüße an euch beiden!
      Ellen

  3. Deine Rezension ist trotz ihrer Kürze (auf einen Riman gerechnet) so viel unterhaltsamer, als dieses furchtbar langweilige Buch. Es war so nichtssagend, kann mich nur noch an Muskeln, Sex und Schnee erinnern.

    1. Danke! 😀 Ich war selbst überrascht, dass sie so lang geworden ist, aber ich habe schon einiges weggelassen und dann dachte ich mir: Egal, das musste ich loswerden. ^-^
      Es ist wirklich richtig nichtssagend. Da sind manche 0-8-15-Horrorfilme tatsächlich besser. Da sterben diese langweiligen Charaktere wenigstens direkt am Anfang und sind nicht die Protas. ^-^‘

      Liebste Grüße
      Ellen

    1. Dankeschön! 🙂 Gut dass du das sagst, dann kann ich an meinem Entschluss den Folgeband nicht zu lesen auf jeden Fall festhalten. 🙂 Er soll ja sogar die Fans des ersten Teils enttäuscht haben. 😉

      Liebste Grüße!
      Ellen

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