Rezensionen

Reisebericht: Demon Road – Hölle & Highway

„Wir machen alle schwere Zeiten durch.“
„Meine Eltern wollen mich umbringen.“
„Wir haben alle unsere Probleme.“
(Seite 97)

Worum geht’s?

Amber Lamont ist gerade 16 Jahre alt, als sie feststellen muss, dass ihre eigenen Eltern sie gerne zum Abendessen verspeisen möchten. Nur so könnten sie ihre Kräfte wieder aufladen. Alles klar: Ambers Eltern sind waschechte Dämonen. Seitdem ist Amber auf der Flucht. Quer durch die USA ist sie auf der Demon Road unterwegs, einem magischen Straßennetz, das unheimliche Orte und schauerlichste Wesen miteinander verbindet. Sie trifft auf Vampire, Hexen und untote Serienkiller und erfährt nach und nach, was für teuflische Fähigkeiten in ihr stecken …


Derek Landy | Ursula Höfker | 19,95 € (HC) | 480 Seiten |
Band 1 der Demon Road-Trilogie | Loewe

Reiseziel: quer durch die USA


Ich habe schon lange nicht mehr so ein cooles, draufgängerisches, nichts beschönigendes, eiskaltes und doch höllenheißes Buch gelesen! Dieser Roadtrip hat mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht mehr losgelassen und das obwohl ich diesem Buch gegenüber sehr skeptisch war.

Ich muss tatsächlich gestehen, dass ich Demon Road wohl bis heute nicht gelesen hätte, wenn nicht eine meiner Lieblingsbuchhändlerinnen es mir direkt unter die Nase gehalten und mich einige Wochen nach dem Kauf noch mal daran erinnert hätte. Sie wollte wissen, wie es mir gefallen hat. Mit roten Ohren musste ich gestehen, dass ich es noch nicht gelesen hatte, aber nun kann ich sagen: Danke! Danke, dass Du mich praktisch gezwungen hast, dieses Buch zu lesen! Es war großartig!

Nach dem ersten Lesen des Klappentextes wusste ich nicht, was ich von dieser Geschichte halten sollte, ich habe mich irgendwie zu alt dafür gefühlt. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, kann ich sagen, dass Leute, die eine sehr bildhafte Fantasie haben und dazu noch eine niedrige Ekelgrenze, das Buch vielleicht nicht anfassen sollten. Es hat mich an einigen Stellen ziemlich schockiert, es hat mir eiskalte Schauer über den Rücken gejagt und schreckt auch nicht davor zurück, einige Sachen, die lieber der Fantasie überlassen werden, detailreich zu beschreiben. Dieses Buch weiß seine Horrorelemente also sehr gut einzusetzen.

Doch der erste Band von Demon Road konnte mich nicht nur schocken, sondern auch immer wieder überraschen. Das lag vor allem an den Charakteren. Derek Landy hat in diesem Buch bewiesen, dass nicht immer alles so ist wie es scheint. Dass Charaktere keinesfalls nur schwarz oder weiß sein müssen und es auch nicht sein sollten, wenn sie interessant sein wollen. Ich glaube, Demon Road ist das erste Buch in dem ich keinem Charakter über den Weg getraut habe, da jeder von ihnen sich auf der nächsten Seite schon komplett verändert haben könnte. Es war einfach großartig. Für mich hat Landy also schon allein mit seinen Charakteren Spannung erzeugt.

Spannend – dieses Wort habe ich während des Lesens ziemlich oft benutzt, weil ich einfach nicht gestört werden wollte. Jetzt nicht, es ist gerade so spannend! Dass sich diese Spannung von der ersten bis zur letzten Seite gehalten hat, konnte ja keiner ahnen! Ich habe noch nie eine so nervenaufreibende, spannende Geschichte über einen Roadtrip gelesen. Jede Station, die die Protagonistin Amber anfährt ist einzigartig und fast schon eine eigene Geschichte wert.

Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist der Humor. Die Geschichte ist – wie schon erwähnt – sehr dunkel, gruselig und an einigen Stellen sehr blutig, aber dennoch verliert die Erzählweise nie an Witz. Derek Landys Humor ist genau nach meinem Geschmack: trocken, sarkastisch und manchmal auch sehr schwarz. Ich habe mich zwischen den Seiten köstlich amüsiert und musste bei einigen Passagen sogar laut lachen. Dieses Buch ist eines meiner Jahreshighlights.

KURZ GESAGT


Dieses Buch ist grandios. Schon lange hat mich keine Geschichte mehr so an seine Seiten gefesselt, hat mich lachen lassen, ließ mich mitfiebern und hat mir dabei noch einen eiskalten Schauer über den Rücken gejagt. Der erste Band der Demon Road-Trilogie vereint alle wichtigen Aspekte einer guten Story und wer auf gute, originelle Geschichten steht, die mit ihren Charakteren noch zu überraschen wissen, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

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4 Kommentare zu “Reisebericht: Demon Road – Hölle & Highway”

  1. Hi Ellen!

    Ich musste total grinsen, als du geschrieben hast, dass du dich irgendwie zu alt für den Klappentext fühltest – genau denselben Gedanken hatte ich auch! 😀 Aber schön, dass sich das Gegenteil bestätigt hat.
    Ich habe vor ein paar Jahren den ersten Band von Landys „Skulduggery Pleasant“ gelesen, die Reihe aber nie weiter verfolgt, weil es mir irgendwann einfach zu viele Bänden waren. Deine Rezension hat mich jetzt aber echt wieder neugierig gemacht, es gibt nichts Besseres als Charaktere, denen man nicht über den Weg trauen kann/will! 😀 Ich werde das Buch auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. 🙂

    Alles Liebe,
    Isabella

    1. Hallo Isabella 🙂

      Freut mich, dass es nicht nur mir so ging. Aber ich finde, das Buch könnte man locker ab 16 Jahren empfehlen, weil es teilweise sehr blutig und gewalttätig zugeht.

      Dank ‚Demon Road‘ bin ich sehr interessiert an ‚Skulduggery Pleasant‘ und habe mir heute bei Arvelle den ersten Teil der Reihe bestellt. Ich bin so froh, dass die Bücher noch erhältlich sind, da sie ja doch schon vor einigen Jahre erschienen sind. 🙂

      Liebste Grüße
      Ellen

  2. Liebe Ellen,

    jetzt machst du mir aber echt noch mehr Lust auf das Buch!
    Ich glaube, das wandert mit auf meine Geburtstags-WuLi!!!

    Liebste Grüße Anett

    1. Hi Anett 🙂

      Oh, das freut mich sehr! Und sollte es von der Geburtstags-Wunschliste sogar auf den Geburtstagstisch wandern, bin ich gespannt, wie du es finden wirst 😀

      Liebste Grüße
      Ellen

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