Rezensionen

Reisebericht: Annähernd Alex

Reiseziel: Coronado Cove (Kalifornien)


Seinem Online-Schwarm im echten Leben zu begegnen kann böse Überraschungen mit sich bringen. Was, wenn er ein Idiot ist? Oder ein Langweiler? Mink erzählt Alex aus dem Film-Forum deswegen erst mal nicht, dass sie Annährend Alexin genau den kalifornischen Küstenort zieht, in dem er wohnt. Sie erzählt auch nichts von ihrem furchtbaren Job in der Tourifalle von Museum, bei dem sie sich jeden Tag halb tot schwitzt. Und erst recht nichts erzählt sie von Porter, Surfwunder und Aufschneider zugleich. Als Mink und Porter nachts im Museum eingeschlossen werden, kommen sie einander näher. Und langsam dämmert es Mink: Porter ist Alex. Annähernd.


Autorin: Jenn Bennett || Übersetzerin: Claudia Max
Preis: 19,99 € (Hardcover) || 13,99 € (eBook)
Seiten: 480
Verlag: Königskinder Verlag



Eindrücke & Momente

Aus dem Königskinder Verlag sind schon einige Bücher bei mir Zuhause eingezogen, die mich bisher alle restlos überzeugen konnten. Ich bin aus diesem Verlag außergwöhnliche Geschichten gewohnt, weshalb ich beim ersten Lesen des Klappentextes erst stutzig geworden bin, denn so außergewöhnlich klingt dieser gar nicht. Allerdings bin ich aus diesem Verlag Überraschungen gewohnt und so war ich gespannt auf Annähernd Alex.

Das erste, was mich an diesem Buch dann begeistern konnte, war dessen Gestaltung. Jedoch nicht nur die äußere, sondern auch die innere. Die Kapitelüberschriften sind als Filmzitate gestaltet, die immer perfekt zum Geschehen in der Handlung gepasst haben. Ein weiterer Pluspunkt ist die Einarbeitung der Chatgespräche von Alex und Bailey (Mink), die nicht – wie in vielen Büchern dieser Art – Seiten überschwemmen, sondern immer zwischen den Kapiteln kleine Absätze einnehmen.

Die Geschichte hatte mich dann schnell in ihrem Bann, obwohl es mich einige Zeit kostete, um mit Mink bzw. Bailey warm zu werden. Sie hat zwar eine sehr sympathische eigenwillige Art an sich, allerdings rennt sie lieber vor Problemen davon. Und auch wenn sie im Laufe der Handlung in dieser Hinsicht eine gesunde Entwicklung durchlebt, wurde ich das Gefühl nicht los, dass sie sich auch weiterhin nur die Rosinen herauspicken wird. Auch Porter war mir nicht von Anfang an sympathisch, aber er hat es geschafft, mir während der Geschichte das Herz zu stehlen. Außerdem will ich noch Churros erwähnen, die sich ebenfalls in mein Herz geschlichen und mir während des Lesens einen knurrenden Magen beschert haben!

Die Liebesgeschichte zwischen Porter und Bailey habe ich gerne verfolgt und war gespannt, wie und ob die beiden zusammenfinden, denn es gibt ja noch Alex. Doch wer ist Alex? Tja, also ich wusste es nach ca. der Hälfte des Buches, was mich gar nicht weiter gestört hätte, wenn Bailey nicht so auf dem Schlauch gestanden hätte! Erst wird sie als große Rätsellöserin in die Geschichte eingeführt, die ein großes Talent zum Kombinieren besitzen soll und dann kann sie eins und eins nicht zusammenzählen? Noch schlimmer wurde es für mich als Leser dann, als sich daraus riesige Probleme entwickelten für Bailey. Ich hätte sie am liebsten an den Schultern gepackt und mal kräftig geschüttelt. Aufwachen, Bailey!

Noch mehr enttäuscht war ich dann aber von der Nacht im Museum, die im Klappentext groß angepriesen wird. Für mich hörte sich das nämlich so an, als ob dies ziemlich am Anfang der Geschichte passiert und Porter und Bailey sich so näher kommen. Nein, weit gefehlt, es passiert fast am Ende für – festhalten – 21 Seiten. Ich war richtig enttäuscht, da ich in diesem Aspekt das Besondere der Geschichte gesehen hatte. Was hätte man nicht alles erzählen können in dieser Nacht im Museum zwischen all diesen interessanten Gegenständen und verschiedenen Räumen?

Obwohl ich von einigen Sachen sehr enttäuscht war, hat mich Annähernd Alex dennoch sehr gut unterhalten und ich habe die Liebesgeschichte zwischen Porter und Bailey sehr gerne gelesen. Mir ist es auch noch nie passiert, dass mich ein Buch an ein Lied erinnert, denn das war hier der Fall. In vielen Szenen spielte in meinem Kopf A Thousand Years von Christina Perri, was diese Geschichte für mich zu einer perfekten Liebesgeschichte für leichte Sommertage gemacht hat. Dennoch fehlte mir bei diesem Buch das Besondere, das ich aus dem Königskinder Verlag gewohnt bin.


Wer eine leichte und romantische Liebesgeschichte lesen möchte, die einen Hauch von Sommer mit sich bringt, dem kann ich eine eindeutige Reiseempfehlung geben!

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Annährend Alex

Der Klappentext und das Cover sind Eigentum des Königskinder Verlags.

10 Kommentare zu “Reisebericht: Annähernd Alex”

    1. ‚Gegönnt‘ ist bei diesen Preisen wirklich das richtige Wort. ^-^ Manche Bücher haben mal gerade knapp über 200 Seiten und kosten 17,99 €. Aber dafür habe ich auch immer das Gefühl, hochwertige Qualität in den Händen zu halten, wenn ich ein Königskind lese. 🙂 Welche beiden Titel hast du dir denn zugelegt?

      1. Hardcover sind ja in der Regel sehr teuer. Und es kommt auch sehr auf den Verlag an. Die dicken Jugendbuchwälzer von Löwe, Arena, One, FJB und Co. gehen mit ihren 16 bis € ja noch. Aufbau, Diagones und Co. wollen ja für Bücher mit teilweise noch nicht mal 200 Seiten gerne mal über 20,00 € sehen. Da greife ich dann doch meist eher zu Büchern anderer Verlage und zu Taschenbüchern..

        „Das Schloß in den Wolken“, welches ich auch gerade lese und „Alles, was ich sehe“.

    2. Ja, bei den 16 €-Büchern bin ich oft überrascht, wenn ich auf den Preis schaue und dabei berücksichtige, was ich da für einen Wälzer in der Hand habe. 🙂 Die Bücher aus dem Atlantik Verlag können da auch gut mithalten. Ich bin damals Monate um ‚Der Hut des Präsidenten‘ herumgetänzelt, bis ich mich dann durchringen konnte für 240 Seiten 20,00 € auszugeben. Aber dafür war es auch sehr gut. 🙂

      Von ‚Das Schloß in den Wolken‘ habe ich jetzt schon so viel gehört, dass ich richtig neugierig darauf bin. 🙂

    3. Gute Idee! 🙂

      Ich brauche gerade ein bisschen Abstand davon. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass alles, was man twittert sofort Diskussionen lostritt und darauf habe ich keine Lust mehr. Vor allem schreiben mich dann Leute auf meine Tweets an, denen folge weder ich noch folgen sie mir. Warum müssen sie sich dann bei mir melden und mich anmachen? Wenn ihnen nicht passt, was ich twittere, dann sollen sie mich doch einfach ignorieren? Was auch ganz einfach geht, wenn man mir nicht folgt. ^-^‘ Jedenfalls halte ich es zurzeit einfach nicht aus, wenn sich dann mehrere Menschen auf mich stürzen und anfangen von oben herab mit mir zu sprechen, als wäre ich nur ein kleines Licht. Ich werde wohl eine eigene Meinung haben dürfen und wenn diese nicht mit deren Meinung übereinstimmt, dann tut es mir leid.

      1. Kann ich gut verstehen. Ich hab ja einen ganzen Haufen Leute gemutet. Macht das alles doch echt erträglicher. ^^ Aber sich über den Kram auf Twitter aufzuregen ist eigentlich nur verschwendete Lebenszeit, deswegen gönn dir deine Auszeit. Wir lesen ja auf anderen Wegen voneinander. 🙂

  1. Tolle, ehrliche Rezension! 🙂
    Das Buch befindet sich auf meiner WuLi.
    Ich liebe die Königskinder einfach.
    Und ich finde die Bezeichnung „Reisebericht“ echt cool. 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Nicci

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