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Lange Rezensionen – Yea or Nay?

Salut.

Rezensionen – das täglich Brot des Buchbloggers und Kernstück eines Buchblogs. Für mich bedeutet das Rezensieren eines Buches, dass ich mir frei von der Seele wegschreibe, was ich denke. Ich befreie mich von allen Gedanken, die mich zu dem Buch beschäftigen, ich lasse los und teile meine Meinung mit anderen.

Besonders wichtig für mich ist beim Rezensieren, dass ich meine Meinung fundiert darlege und gute Argumente finde, um meine Aussagen zu untermauern. Der Leser soll schließlich meine Begeisterung oder meine Enttäuschung nachvollziehen können. Dabei habe ich allerdings auch schon die Erfahrung gemacht, dass die Rezensionen ziemlich lang werden und bis zu zwei A4-Seiten füllen können, denn es gibt manchmal unendlich viel zu sagen. Dann gilt es kürzen, denn wer will schon ellenlange Rezensionen lesen? Oder?

Ich gebe es zu: Für Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, lese ich ungern lange Rezensionen. Aber warum ist das so? Ganz einfach: Ich habe Angst gespoilert zu werden. Wer viel sagt, kann auch viel verraten – denke ich mir jedenfalls immer. Bei von mir ungelesenen Büchern reicht mir tatsächlich ein kurzes Fazit – selbstverständlich ohne Spoiler – oder sogar nur zwei, drei Sätze wie bei den kurzen Meinungen auf Lovelybooks.

Suche ich nun jedoch nach einer Rezension zu einem von mir bereits gelesenen Buch ist mir die Länge egal. Ich bin sogar längeren Rezensionen gegenüber neugieriger, weil ich eben keine Angst mehr haben muss, gespoilert zu werden. Ich freue mich über jedes angesprochene Detail, das auch mir beim Lesen aufgefallen ist. Verkenne ich damit den Sinn von Rezensionen? Eigentlich sind diese doch dafür da, um mich und andere Leser sogar vor manchen Büchern zu „warnen“ oder eben um besonders Lust auf ein Buch zu machen. Nicht umsonst, stellen Verlage Rezensionsexemplare schon vor Veröffentlichungsterminen bereit, damit direkt am Tag der Veröffentlichung Rezensionen auftauchen und für das Buch werben.

Ich habe gelernt, dass es auch dem Rezensenten gut tun kann, sich kurz zu fassen. Vor einigen Wochen habe ich wirklich versucht, Bücher auseinanderzupflücken (nicht wörtlich natürlich) und sehr detaillierte Rezensionen zu schreiben. Nun schränke ich mich selbst ein wenig ein, sage mir, dass ich nicht auf alles eingehen muss und kann – die wichtigen Sachen müssen angesprochen werden, alles andere sind Nebensächlichkeiten. Ich habe versucht, für mich nun ein Mittelding zu finden. Wie ist es mit Euch?


Wie steht Ihr zum Lesen und Schreiben von langen Rezensionen?

12 Kommentare zu “Lange Rezensionen – Yea or Nay?”

  1. Ein interessanter Beitrag!
    Ganz im Ernst – ich schreibe so viel, wie mir auf dem Herzen liegt. Ich habe selten super lange Rezensionen, aber dennoch würde es mich stören, wenn ich mich „zurückhalten“ müsste. Letztendlich ist es mein Blog, meine Gedanken quasi – und wer eine Kurzmeinung will, kann ja immer noch das Fazit lesen. Allerdings würde ich auch niemals lange Rezensionen nicht lesen, weil ich mich vor Spoilern fürchte – das ist mir persönlich noch nie passiert. (Und falls ich mal in einer Rezension spoilern sollte, kennzeichne ich das auch.) Ich finde, die „Nebensächlichkeiten“, wie du es nennst, sind auch wichtig – sie sind eben DIR wichtig. 🙂
    Alles Liebe,
    Isabella

    1. Hallo Isabella 🙂

      Dankeschön! Ich finde, wenn man alles, was man ansprechen möchte, in eine knackige Rezension bekommt, sollte man ruhig alles ansprechen und alles schreiben, was einem auf dem Herzen liegt. Wenn die Rezension dann aber über mehrere A4-Seiten lang wird (denn da fängt ‚lang‘ für mich an), mach ich mir dann aber schon Gedanken. Bin ich teilweise zu sehr ins Detail gegangen und langweile die Leser damit, die das Buch noch nicht kennen? Denn dafür sind Rezensionen ja eigentlich gemacht – für Leser, die ein Buch noch nicht kennen. Kenne ich ein Buch schon, tausche ich mich super gerne darüber aus und lese auch sehr gerne über Details. Aber wenn ich es noch nicht kenne, möchte ich es selber entdecken und nicht zu viel erfahren.

      Ich erlebe total oft Spoiler, vor allem seit ich nach dem Rezensieren nach anderen Rezensionen zu dem Buch suche. Ich verlinke auch nur Rezensionen, bei denen ich sicher sein kann, dass meine Leser nicht gespoilert werden, wenn sie sich dort weiter informieren und weitere Meinungen lesen. Dass man über ein Buch nicht sprechen kann, ohne irgendetwas zu verraten ist natürlich verständlich, aber viele Rezensionen sind nur Nacherzählungen der Handlung und diese sind dann meist seeehr lang.

      Liebste Grüße
      Ellen

  2. So, endlich habe ich Zeit meine Gedanken zu deinem interessanten Beitrag aufzuschreiben. Ich hab ihn mir vorher nur kurz von Unterwegs durchgelesen und muss sagen, du machst dir interessante Gedanken.
    Ich finde auch, dass man beim Verfassen einer Rezension, oder generell eines Beitrages an seine Leser denken sollte. Allerdings ist für mich da weniger die Länge das Kriterium, als der Inhalt. Egal, wie lang eine Rezension oder ein Beitrag ist, ich möchte etwas fundiertes lesen, oder etwas, dass ich nicht auf jedem anderen Blog finden kann. Das kann ein ganz eigener Stil sein, oder dass eben über „Nebensächlichkeiten“, wie du sagst, geschrieben wird. Über Dinge, die nicht jedem auffallen, oder denen nicht jeder Beachtung schenkt. Sowas finde ich spannend und dann darf eine Rezension auch gerne etwas länger sein, weil ich ja nicht den vorgekauten Einheitsbrei lesen muss.
    Liebe Grüsse,
    Nela

    1. Hi Nela!

      Vielen Dank! Da hast du allerdings auch recht. Wie ich bei Isabella schon geschrieben habe, fällt mir immer öfter auf, dass viele Rezensionen nur noch Nacherzählungen der Handlung sind. Bei einigen Rezensionen saß ich schon da und dachte ‚Oh Gott, wieso verrätst du das? Das muss der Leser doch alleine rausfinden!‘ Und diese Nacherzählungen sind mir vor allem bei langen Rezensionen aufgefallen. Nebenbei fällt dann mal ein Satz wie ‚Das fand ich nicht gut‘ und das war es dann. Es fehlt eben an dem von dir erwähnten Inhalt.

      Würde es allerdings eine lange Rezension sein, in der ich sehr viel über die Meinung des Rezensenten erfahre und nichts über die Story oder eben nur so viel wie nötig, um ihn zu verstehen, dann würde ich wohl auch lange Rezensionen lesen. Allerdings bin ich zurzeit sehr abgeschreckt, da ich – wie gesagt – schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich lese wirklich lange Rezensionen nur noch bei Büchern, die ich selbst schon gelesen habe.

      Liebste Grüße
      Ellen

  3. Hallo Ellen! 🙂
    Ich bin eben über deinen Beitrag gestolpert bzw. mehr über den Titel, da mir die Frage erst vor kurzem selbst durch den Kopf geschwirrt ist. Ich finde, es ist ein ziemlicher Balanceakt, eine interessante, informierende, nicht zu langweilige aber auch emotionsgeladene Rezension zu schreiben ohne zu spoilern/zu sehr ins Detail zu gehen.
    Ich schreibe auch gerne und viel in Rezensionen, jedoch vermeide ich Spoiler im Allgemeinen oder ich kennzeichne sie. Aber wenn ich viel schreibe, liest es sich jemand bis zum Ende durch? Genau wie du lese ich unheimlich gern lange Meinungen, sobald ich das Buch selbst gelesen habe. Oftmals finde ich dort aber auch viel Gerede um den heißen Brei oder der Inhalt wird nach der Inhaltsangabe noch einmal erzählt. Da bevorzuge ich widerum die kurzen Rezensionen 🙂 Jedoch fehlt mir bei kurzen oftmals die Emotion des Lesers und ich kann nicht so wirklich einschätzen, ob er nun wirklich begeistert war oder es nur gut fand, etc.
    Jedenfalls interessanter Beitrag! 🙂
    Liebe Grüße, Franzi

    1. Hi Franzi 🙂
      Dieser Balanceakt ist wirklich immer schwierig. Vor allem wenn einem das Buch besonders gut oder eben überhaupt nicht gefallen hat. Ich finde, dass man dann immer besonders viel sagen und bewerten möchte. Da muss ich mich teilweise oft bremsen, weil es einfach zuviel Input für jemanden ist, der das Buch noch nicht gelesen hat. Ich bin ganz deiner Meinung, dass einfach zu viel nacherzählt wird oder manche einfach nicht auf den Punkt kommen. Wenn es eine lange Rezension ist, die viel sagt, ohne zu spoilern und ohne viel zu schwafeln, dann immer her damit. Ist es aber eine Rezension, die nur nacherzählt, um auf Wörter zu kommen, dann muss ich das nicht lesen.

      Liebste Grüße
      Ellen

  4. Guten Morgen liebe Ellen!
    Ich muss ja zugeben, dass ich eher ungerne lange Rezensionen lese, wobei das weniger mit der Länge zu tun hat als damit, dass ich in solch ausführlichen Rezensionen bereits einige Male ganz böse gespoilert wurde. Das war zwar sicher nicht beabsichtigt, aber je mehr man versucht zu einem Buch zu schreiben, desto mehr Informationen sickern halt auch durch und während ich zwar gerne etwas über den Schreibstil, die allgemeine Stimmung, die Glaubwürdigkeit und solche Sachen erfahre, nimmt mir ein komplettes Durchkauen und Analysieren von Handlung und Charakteren einfach zu viel vorweg.

    Ganz liebe Grüße
    Maike

    1. Hallöchen liebe Maike 😀

      Du teilst also meine Erfahrungen. Die Spoiler sind mir aber auch erst extrem aufgefallen seitdem ich nach dem Rezensieren nach weiteren Rezensionen suche. Da ich das Buch schon kenne weiß ich, was man gefahrlos erzählen kann und was lieber ein Geheimnis für den Leser bleibt. So viele erzählen irgendwie erstmal die Hälfte des Buches nach am Anfang ihrer Rezension, um darauf dann einzugehen… Ich persönlich versuche eigentlich, nicht mehr als im Klappentext beschrieben wird zu verraten, wenn ich rezensiere. Außerdem habe ich auch gemerkt, dass mir das komplette Analysieren und Durchkauen eines Buches den Spaß am Rezensieren nimmt.

      Liebste Grüße
      Ellen

  5. Bei langen Rezensionen habe ich auch immer erst einmal Angst, gespoilert zu werden. Habe deswegen leider auch schon Blogs deabonnieren müssen. Aber nach einer Zeit hat man ja raus, bei wem man gefahrlos lesen kann. Persönlich lese ich lieber Bewertungen, die ein paar Zeilen mehr enthalten, da man sich dadurch (meist) ein besseres Bild machen kann. Aber wenn man selbst schreibt stellt man auch schnell fest, dass zu manchen Bücher auch eine Kurzmeinung vollkommend ausreichen ist. Es kommt also immer auf den Blogger und das Buch an. 🙂

    1. Hi 🙂

      Ja, das ist bei mir auch schon vorgekommen. Ich lese gerne etwas Aussagekräftiges. Wenn die Rezension dann etwas länger wird ist das in Ordnung. Allerdings schrecke ich manchmal schon vor dem Lesen einer Rezension zurück, wenn die nach mehrmaligem scrollen einfach nicht aufhören will. ^^

      Liebste Grüße
      Ellen

  6. Hallo!
    Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt und endlich hat sie jemand ausgesprochen.
    Persönlich schrecke ich vor langen Rezensionen anderer leicht zurück, da ich wie du Angst vor Spoilern habe. Außerdem wurde mir beigebracht, dass anscheinend niemand lange Texte am Bildschirm lesen mag. Auch ich neige dazu, lange Texte nur zu überfliegen, um meine Augen zu schonen.
    Doch immer wenn ich versuche, mich bei meinen Rezensionen kurz zu fassen, habe ich das Gefühl, nur an der Oberfläche zu kratzen und nur auszusagen, was man auch über zig andere Bücher/Filme schreiben könnte.
    Den richtigen Mittelweg zwischen zu lang und zu oberflächlich zu finden ist schwer und gelingt mir leider nur selten.

    Ganz liebe Grüße
    Sabrina

    1. Hallo Sabrina 🙂

      Genau das wurde mir auch beigebracht. Niemand möchte lange, am besten noch in einem Block geschriebene Texte am Bildschirm lesen. Und auch ich persönlich möchte das nicht unbedingt. Dennoch bin ich ebenso wie du in einer Zwickmühle, wenn ich Rezensionen schreibe, denn ich möchte aussagekräftige Texte schreiben, die dann manchmal ein wenig länger werden. Aber ich habe für mich entdeckt, die Rezension, wenn sie wirklich lang geworden ist, einen Tag liegen zu lassen, dann noch einmal zu lesen und mich dann zu fragen: Interessiert mich das als Leser einer Rezension wirklich oder ist das nur unnötiger Text? Natürlich schränke ich mich damit ein wenig ein, aber ich lerne dadurch auch, meine Gedanken zu ordnen und mich auf das Wichtigste zu fokussieren. Außerdem gibt es immer noch die Kommentare, wenn jemand Fragen zum Buch hat, oder jemand, der das Buch auch schon gelesen hat, mit mir über einen bestimmten Punkt sprechen möchte. 🙂

      Aber wie bei allen Sachen ist es auch hier: Übung macht den Meister. Daher wird aus deinem selten gelungenen Mittelweg bestimmt bald ein oft gelungener Mittelweg. 🙂

      Vielen Dank für deinen Kommentar und

      liebste Grüße
      Ellen

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